Mehr Bedeutung den Fermaten!

Così fan tutte Kostprobe vom 29.02.2012

Wenn die Premiere einer Oper im Stadttheater Bern kurz bevorsteht, sind Inte­ressierte zu einer Kostprobe eingeladen, die aus einem öffentlichen Gespräch zwischen Dramaturgin, Regisseur und Dirigentin sowie einem Einblick in die Probenarbeit besteht. Dabei geben die Beteiligten Auskunft über die Opern­produktion. Hintergrundinformationen, aber auch die musikal­ische Arbeitsweise der Dirigentin und einige inszenatorische Details verraten die Opernschaffenden bei diesem Gespräch. weiterlesen…

Frage um Frage – Beobachtung um Beobachtung

Lucia di Lammermoor Vorstellung vom 26.18.2.2012

Silvia Dalla Benetta und Hoyoon Chung

Seit der Premiere von Lucia di Lammermoor sind einige Fragen in diesem Blog auf­ge­taucht. Ich kann mich den vielen Lobeshymnen auf die Produktion nur anschliessen, möchte aber nicht nur in diesem Ton weiterfahren, sondern auf die Fragen meiner Kollegen eingehen. weiterlesen…

Liebesduett mit einer Flöte

Lucia di Lammermoor Vorstellung vom 26.02.2012

Kay Kuntze (Inszenierung) kreiert im dritten Akt von Lucia di Lammermoor eine Intimität der Sonderklasse. Die Wahnsinnsarie der Lucia („Il dolce suono“) wird durch die Präsenz der Flö­tistin Sakura Kindynis auf der Bühne zu einem klanglichen Duett und einem visuellen Zusammenspiel von Solistin und Orchestermitglied erweitert. weiterlesen…

Lust auf mehr…

Lucia di Lammermoor, Oper im Gespräch vom 18.2.2012

noch leer - das Foyer des Stadttheater

Welch ein erfreulicher Anblick! Das Foyer des Stadttheaters Bern war am Samstagabend gestossen voll, und es mussten noch mehr Stühle für die Zuhörer herbeigetragen werden. Das Interesse für Oper im Gespräch war riesig. Nicht nur der Referent, Prof. Dr. Anselm Gerhard (Leiter des Instituts für Musikwissenschaft der Uni Bern), sondern auch Regine Palmai (Leitende Musikdramaturgin am Stadttheater Bern) war erfreut über die hohe Besucherzahl.
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Ein Ausfall und 200 Jahre Freude

Lucia di Lammermoor, Vorstellung, 12.2.2012
Sibirische Temperaturen schlagen bis ins Stadttheater durch: Robin Adams, der grandiose Sänger des Hauses und Darsteller des Enrico Asthon, wird wegen Krankheit stimmlich durch den Bariton Jinwon Jung ersetzt, Regieassistent Jens Daryousch Ravari nimmt seine Positionen auf der Bühne ein. Erste Reaktion im Zuschauerraum: Lautes Stöhnen der Enttäuschung. Einige sind extra wegen Adams` Wahnsinnsstimme gekommen weiterlesen…

Lucia luce

Lucia di Lammermoor, Vorstellung vom 4.2.2012

Wahre Begeisterungsstürme toben am Samstagabend durchs Stadttheater, als die Heldin des Abends, Silvia Dalla Benetta, am Ende der Vorstellung die Bühne betritt. Und dies völlig zu Recht: Dalla Benetta meistert die Titelrolle von Gaetano Donizettis Lucia di Lammermoor bravourös. Sie brilliert nicht nur in den Höhen, sondern vermag den Zuschauern auch mit einem einfachen, gehauchten „Ascolta“ einen Schauer über den Rücken zu jagen. weiterlesen…

Eine wahrlich göttliche Komödie…

Orpheus in der Unterwelt, Vorstellung vom 27.01.2012

Sowohl der Name Jacques Offenbach als auch die Gattung der Opéra-bouffon lassen routinierte wie sporadische Operngänger in Massen ins Theater strömen in Vorahnung abendfüllender Unterhaltung frei von moralisch erdrückendem Belag, Belehrung und ausgekosteten Elegien.

Auch der mythologische Hintergrund dürfte den meisten bekannt sein.

Und doch – nichts bereitet das Berner Publikum auf das vor, was sie auf der Bühne erwartet. weiterlesen…

Nichts für verstaubte Gemüter

Orpheus in der Unterwelt, Vorstellung vom 10.01.2012Alle, die heute immer noch glauben, Oper – oder in unserem Fall Operette – sei etwas Verstaubtes und Langweiliges, werden bei einem Besuch der Berner Aufführungen von Orpheus in der Unterwelt, inszeniert von Laura Scozzi, nicht mehr aus dem Staunen kommen. Die ohnehin schon unkonventionelle Handlung wird in ihrem Witz noch verstärkt durch zahlreiche witzige Details der Inszenierung. Besonders der Olymp, der sich auf dem Dach eines mehrstöckigen Wohnhauses befindet, wird vom Publikum amüsiert umjubelt. Dort schlummern die Götter, dargestellt als Greise, die vor lauter Langeweile nur noch schlafen. Zum Teil wirkt dieses Auftreten schon fast grotesk, dank der glaubhaften Verkleidungen und der kräftigen Stimmen der Sänger und des Chors des Stadttheaters Bern. Auch wenn die Götter weiterlesen…

Orpheus in der Unterwelt – Orpheus in unserer Welt

Orpheus in der Unterwelt, Vorstellung vom 10.01.2012Modern und zeitgemäss

Der Wohnblock auf der Bühne – er könnte in einer neu überbauten Wohngegend stehen – sieht noch unspektakulär aus. Die Rollläden sind zu oder die Fenster mit Vorhängen versperrt. Das Publikum wartet gespannt, bis sich was tut. Die Lichter im Saal werden dunkler, es wird ruhiger. Doch dann irritiert ein Scheinwerfer, der mitten in den Zuschauerraum zielt. Er beleuchtet eine Dame in der 3. Reihe, die sich erhoben hat und das Wort ergreift, denn sie (Claude Eichenberger) ist die öffentliche Meinung, die sich fortan von Zeit zu Zeit einklinkt, um die Handlung nach ihrem Gutdünken voranzutreiben. weiterlesen…